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Bluthochdruck (Hypertonie) – die unterschätzte Gefahr

Bluthochdruck, medizinisch arterielle Hypertonie genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das Tückische daran: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck verursacht häufig über viele Jahre keine eindeutigen Beschwerden. Dennoch kann er Blutgefäße und Organe schädigen und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenerkrankungen erhöhen.

Was bedeutet Bluthochdruck?

Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Blut durch die Arterien fließt. Bei einer Messung werden zwei Werte angegeben, beispielsweise 120/80 mmHg. Der obere, systolische Wert entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt. Der untere, diastolische Wert wird während der Entspannungsphase des Herzens gemessen.

Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft über den empfohlenen Bereichen liegen. Die genaue Beurteilung hängt unter anderem davon ab, ob der Blutdruck in einer Arztpraxis, zu Hause oder mit einer 24-Stunden-Messung bestimmt wurde. Eine einzelne erhöhte Messung reicht deshalb normalerweise nicht aus, um eine Hypertonie festzustellen.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei den meisten Betroffenen lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Man spricht dann von einer primären oder essenziellen Hypertonie. Ihre Entstehung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem erbliche Veranlagung, zunehmendes Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen.

Seltener ist der erhöhte Blutdruck die Folge einer anderen Erkrankung. Diese sogenannte sekundäre Hypertonie kann beispielsweise mit bestimmten Nieren- oder Hormonerkrankungen zusammenhängen. Auch manche Medikamente können den Blutdruck erhöhen.

Welche Symptome verursacht Hypertonie?

Viele Menschen mit Bluthochdruck fühlen sich vollkommen gesund. Deshalb wird Hypertonie manchmal erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Bei stark erhöhtem Blutdruck können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Kurzatmigkeit oder Nasenbluten auftreten. Solche Symptome sind allerdings nicht spezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Ob ein Bluthochdruck besteht, lässt sich daher zuverlässig nur durch Blutdruckmessungen feststellen.

Warum ist hoher Blutdruck gefährlich?

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Gefäßwände und das Herz. Über Jahre können dadurch Gefäßschäden und Folgeerkrankungen entstehen. Zu den möglichen Komplikationen gehören:

  • Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit
  • Schlaganfall
  • Herzschwäche
  • Nierenschäden
  • Schädigungen der Netzhaut des Auges
  • Durchblutungsstörungen und andere Gefäßerkrankungen

Das persönliche Risiko hängt nicht nur vom Blutdruck ab. Auch Faktoren wie Alter, Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen und bereits bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen eine wichtige Rolle.

Wie wird Bluthochdruck festgestellt?

Für die Diagnose sind korrekt durchgeführte und meist wiederholte Blutdruckmessungen wichtig. Neben Messungen in der Arztpraxis können Heimmessungen oder eine 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung eingesetzt werden.

Wer zu Hause misst, sollte einige Minuten vorher ruhig sitzen und während der Messung nicht sprechen. Die Manschette sollte die richtige Größe haben und der Arm entspannt auf Herzhöhe liegen. Mehrere Messungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ergeben ein wesentlich aussagekräftigeres Bild als ein einzelner Wert.

Was kann man gegen Bluthochdruck tun?

Die Behandlung richtet sich nach der Höhe des Blutdrucks und dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko. Veränderungen des Lebensstils bilden dabei einen wichtigen Bestandteil der Therapie. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, weniger Salz, ein gesundes Körpergewicht, ein maßvoller Umgang mit Alkohol und der Verzicht auf Tabak können zur Senkung des Blutdrucks beitragen.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen, können zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente notwendig sein. Dafür stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Welches Medikament oder welche Kombination geeignet ist, hängt von der individuellen gesundheitlichen Situation ab.

Blutdruckmedikamente sollten regelmäßig und entsprechend der ärztlichen Verordnung eingenommen werden. Auch wenn sich Betroffene gut fühlen oder ihre Messwerte wieder normal sind, sollten Medikamente nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden.

Wann ist sofortige medizinische Hilfe notwendig?

Sehr hohe Blutdruckwerte können in bestimmten Situationen einen medizinischen Notfall darstellen. Besonders wichtig sind begleitende Beschwerden wie starke Brustschmerzen, schwere Atemnot, plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder andere ausgeprägte neurologische Symptome. In solchen Fällen sollte unverzüglich medizinische Notfallhilfe in Anspruch genommen werden.

Fazit

Bluthochdruck ist häufig, bleibt aber oft lange unbemerkt. Gerade deshalb sind regelmäßige Blutdruckmessungen wichtig. Wird eine Hypertonie früh erkannt und konsequent behandelt, lässt sich das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen deutlich reduzieren. Eine Kombination aus gesundheitsförderndem Lebensstil, regelmäßiger Kontrolle und – wenn erforderlich – medikamentöser Behandlung bildet die Grundlage einer erfolgreichen Therapie.